Wichtige Informationen zu Funk-Frequenzen

Die Fakten in Kürze 

 

Anmeldepflichtige UHF-Bereiche (jetzt und über 2016 hinaus)

  • 470 - 790 MHz
  • 822 - 830 MHz (LTE - Mittenlücke)

Bis 31.12.2015 zugelassener, jedoch meldepflichtiger Bereich – der allerdings schon jetzt nicht mehr genehmigt wird

  • 790 - 862 MHz

Anmeldefreier Bereich über 2016 hinaus

  • 863 - 865 MHz (EU-wide harmonized frequency band, max. 10mW)

 


 

Änderung der Nutzung von Frequenzen für Funkmikrofone 

 

Welche Frequenzen sind betroffen?

  • Der Bereich 790 – 862 MHz ist in Zukunft für mobile Internetzugänge (drahtloses DSL) vorgesehen. Dafür wird derzeit an „LTE“, einer Nachfolgegeneration des Mobilfunkstandards UMTS, gearbeitet (LTE = Long Term Evolution).
  • Das LTE-Netz wird ab 2010, startend in ländlichen Gebieten, schrittweise ausgebaut und spätestens 2016 flächendeckend eingesetzt. In den Regionen, in denen LTE aktiv ist, ist der Betrieb von drahtlosen Mikrofonen wenn überhaupt, nur noch sehr eingeschränkt möglich, an einen sicheren Betrieb ist aber nicht mehr zu denken.
  • Bis zum 31.12.2015 wäre offiziell ein Betrieb von Funkmikrofonen in den Bereichen 790 - 862 MHz wie bisher möglich. Tatsächlich erfolgt aber in einigen Bundesländern bereits seit Anfang 2012 keine Genehmigung mehr, bzw. werden bestehende Genehmigungen sogar storniert. In vielen Gebieten treten bereits jetzt Störungen auf, je nachdem wie weit der Ausbau von LTE fortgeschritten ist.
     

 

Die oberste Fernmeldebehörde des bmvit veröffentlicht den neuesten Frequenznutzungsplan  

 

Die Details zu den (neuen) Frequenzbereichen

Die oberste Fernmeldebehörde des bmvit hat den derzeit aktuellsten Frequenznutzungsplan am 24.2.2011 online gestellt. Darin enthalten sind zwei neue Frequenzbereiche für drahtlose Mikrofonnutzung.

Die zulässig, abgestrahlte Leistung liegt bei max. 50 mW und die Systeme können für bis zu 10 Jahre angemeldet werden.

Alle theoretisch (praktisch=fett) nutzbaren Frequenzbereiche für Funkmikrofone:

  • 170 - 216 MHz (hier bietet Shure derzeit keine Systeme an)
  • 230 - 250 MHz (nur fixe Einzelfrequenzen nutzbar, kein Angebot von Shure derzeit)
  • 470 – 790 MHz (Broadcast Primärnutzer, Funkmikrofone Sekundärnutzer)
  • 822 - 830 MHz (Mitten-(Duplex-)lücke der Digitale Dividende 1)
  • 863 – 865 MHz (EU-weit harmonisiertes Band, max. 10 mW, anmeldefrei)
  • 1785,7 – 1799,4 MHz (keine guten HF-Bedingungen für Sendemikrofone)

Der UHF-Bereich von 470-790 MHz bleibt uns als Sekundärnutzer weitestgehend erhalten. Somit haben wir in Österreich eine wesentlich bessere Situation als andere Länder, in denen nur mehr vergleichsweise kleine Frequenzbereiche nutzbar bleiben.

Der Bereich 822-830 MHz ist die Mittenlücke des kommenden LTE-Netzwerkes. D. h. der nicht genutzte Bereich zwischen dem "Uplink" und dem "Donwlink", also den Mobilfunk-Basisstationen (Sendemasten) und den Mobilfunk-Endgeräten (Handys). Derzeit ist allerdings noch kein LTE-Regelbetrieb aktiv, d. h. es gibt noch keine LTE-Basisstationen und Endgeräte. Deshalb gibt es auch noch keine praxisrelevanten Tests, ob und wie viele Funkmikrofone in diesem Bereich störungsfrei betrieben werden können.
Wir gehen aber davon aus dass das neue LTE-Netz den Betrieb von Funkmikrofonen in dieser Mittenlücke beeinträchtigen wird und geben daher definitiv keine Empfehlung, hier neue Systeme anzuschaffen.

Der Bereich 863-865 MHz kann auch nach 2016 anmeldefrei genutzt werden. Dieser Bereich ist nur für Anwender, die nur wenige Funksysteme betreiben wollen, geeignet. Die Sendeleistung der Systeme ist auf 10 mW beschränkt. In Österreich sind diese nicht lagernd, aber auf Bestellung lieferbar. Bitte beachtet, dass die gleiche Funkserie in einem anderen Frequenzband mit höherer Ausgangsleistung angeboten wird!

Die Frequenzbereich 1785,7-1799,4 MHz existiert schon seit einigen Jahren. Dieser Frequenzbereich ist jedoch für Funkmikrofone nicht optimal; bei höheren Frequenzen sind die Ausbreitungsbedingungen schlechter, die Antennenpositionierung wird wichtiger. In Bezug auf Ausbreitungsbedingungen liegen alle Vorteile im UHF-TV Band von 470 - 790 MHz.

In diesem Frequenzbereich stehen Kompatibilitätsstudien an, die klären sollen, in welchem exakten Bereich Funkmikrofone betrieben werden dürfen. Eventuell werden auch von Shure Funkmikrofone in diesem Bereich auf den Markt kommen. Doch das liegt noch in (sehr) ungewisser Zukunft.

Zum vollständigen Brief der Fernmeldebehörde


 

Entscheidungshilfen für die Auswahl von Shure Funkmikrofonen in Österreich 

 

Shure bietet alle Drahtlos-Systeme in verschiedenen Frequenzversionen an, beispielsweise P6. Hinter dem Frequenzkürzel verbirgt sich der Frequenzbereich, der bei diesem Gerät einstellbar ist. Der Bereich P6 entspricht dem Bereich 710 - 726 MHz. Oft wird eine Frequenzversion als Frequenzband bezeichnet.

In Österreich empfehlen wir für jede Serie unter Berücksichtigung aller Aspekte eine Standard-Frequenzversion, sowie eine 1. Alternative (siehe auch Frequenzversionen bei den Produktseiten). Im Normalfall liefern wir immer die lagernde Standardvariante. Auf besonderen Wunsch auch die 1. Alternative oder die in der Tabelle angeführten Versionen.

In der Tabelle lässt sich ablesen, welche Geräte in welcher Frequenzvariante in Europa für den „neuen“ Frequenzbereich (unterhalb 790 MHz) geeignet sind und welche Versionen für Österreich als Standard empfohlen werden (blau+fett)

Zur Liste mit Shure Frequenzcodes und Standardfrequenz in Österreich 

Was passiert mit dem europaweit harmonisierten Frequenzbereich 863 – 865 MHz?

 Hier ändert sich nichts. Auch nach 2016 kann dieser Bereich anmeldefrei genutzt werden. Dieser Bereich ist nur für semiprof. Anwender, die nur wenige Funksysteme betreiben wollen, geeignet. Die Sendeleistung ist der Systeme ist auf 10 mW beschränkt. In Österreich sind diese nicht lagernd, aber auf Bestellung lieferbar. 

Welche Frequenzen kann man in Zukunft verwenden und fallen dabei Kosten an?

  • Es können in Österreich Funkmikrofone im Bereich 470 – 790 MHz betrieben werden, allerdings nur nach Anmeldung.
  • Jeder Antrag kostet derzeit einmalig 14,30 € Eingabegebühr, egal wie viele Funksender beantragt werden.
  • Für jeden Sender werden einmalig 53,- € verrechnet, Nutzungsdauer bis zu 10 Jahre!
  • Beispiel Kosten: Kauf von drei SLX1 Taschensendern Version P4 im Frequenzbereich 702 – 726 MHz:
    • Eingabegebühr 14,30 €
    • Nutzungsgebühr je Sender 53,- €, ergibt 159,- €
    • Gesamt ca. 173,30 € für bis zu 10 Jahre! 

Wo melde ich mein Funksystem zur Betriebsgenehmigung an?

  • Die Anmeldung erfolgt bei der zuständigen Fernmeldebehörde am besten online.
  • Es gibt 4 Behörden nach Bundesländern: W-NÖ-B , OÖ-SBG, STMK-KTN, T-Vlbg
  • Nach der ordnungsgemäßen Anmeldung erhält man von der Fernmeldebehörde eine schriftliche Bestätigung, ab Erhalt dieser darf man die Systeme in Betrieb nehmen.

Gibt es die Möglichkeit von befristeten Einzelzuteilungen für Deutschland-Tourneen im Frequenzbereich unter 710 MHz?

Für Deutschland-Tourneen ist es für österreichische Firmen möglich, eine befristete Einzelzuteilung zu beantragen. Zugeteilt werden Frequenzen nach Bedarf im Bereich 470 – 865 MHz, allerdings nur die, die an den jeweiligen Orten verfügbar sind. Nach Ende der Tour erlischt die Zuteilung. Derzeitige Kosten in Deutschland: Einmalig 130,- € für den Antrag, plus die anteilige Jahresgebühr von ca. 10,- € pro Sender.

Wie viele Sender kann ich auf einen Betriebsgenehmigungsantrag schreiben?

Die Anzahl der betriebenen Sender auf der Urkunde ist nicht limitiert. Die Empfänger müssen nicht genehmigt werden. Es können Frequenzbereiche anstelle von Einzelfrequenzen beantragt werden.

Wie lautet die richtige Bezeichnung der Shure-Sender und wie hoch ist die Aussendebandbreite?

  • Je Serie gibt es mindestens 2 Senderarten: Handsender und Taschensender. Der Taschensender ist erkennbar an der Ziffer 1 (z.B. SLX1), der Handsender hat die Ziffer 2 (SLX2), wobei für die Anmeldung der verwendete Mikrofonkopf und der Frequenzcode unerheblich und auch nicht Teil der offiziellen Senderbezeichnung sind.
  • Also bitte SLX2 und nicht SLX2/BETA58A-P4 anmelden, um Probleme zu vermeiden!
  • Neu sind auch mobile Aufstecksender wie z.B. UR3

Zur Liste aller gültigen Shure-Senderbezeichnungen, sowie die jeweils verwendete Aussendebandbreite


 

Internationaler Newsticker zum Thema Frequenznutzung 

 

22.02.2012: Digitale Dividende 2 - erste Informationen

Am 17. Februar ist die World Radio Conference (WRC) zu Ende gegangen. Die offiziellen Ergebnisse werden erst in ein paar Wochen bekannt gegeben, wir können jetzt schon die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

Auf Druck der arabischen und afrikanischen Staaten wurde völlig überraschend über eine zweite Digitale Dividende diskutiert. Das Ergebnis ist folgender Kompromiss: Bis zur nächsten WRC in 2015 sollen Studien die Vor- und Nachteile einer zweiten Digitalen Dividende untersuchen. Untersucht werden die Auswirkungen auf Fernsehrundfunk und drahtlose Mikrofone im Bereich 694 - 790 MHz. 2016 wird dann über die Digitale Dividende und deren genauen Zeitplan entschieden.

Alles Weitere nach Veröffentlichung der offiziellen WRC Ergebnisse im Laufe von 2012. 


  

11.04.2011: LTE startet in Berlin

Am 7. April startete nun anscheinend ein LTE-Regelbetrieb in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin.

Dieser Regelbetrieb sendet wohl derzeit nur in einer geringeren Leistung. Dennoch können Störungen bei Funkmikrofonen auftreten. Der betroffene Frequenzbereich ist 801 bis 811 MHz und 841 bis 852 MHz.

Für den professionellen Betrieb von Funkmikrofonen und In Ear Monitoring Systemen empfehlen wir diesen Frequenzbereich in Berlin zu vermeiden.